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Geschichte vor 1910
Der alte Bahnhof am Roten Tor

Der Augsburger Bürgermeister Carron du Val erkannte schon früh die ungeheuren Chancen und Möglichkeiten der Eisenbahn für die Handelsmetropole Augsburg. Du Val hatte die Vision durch den Aufbau eines Eisenbahnnetzes den Transport von Personen und Gütern zu ermöglichen und zu beschleunigen. Der erste Schritt hierzu sollte die Vernetzung der beiden bedeutendsten bayerischen Städte München und Augsburg sein. Inspiriert von den Ideen Friedrich Lists, der ein Zusammenwachsen Deutschlands aus den deutschen Einzelstaaten ebenso wie die Förderung eines gemeinsamen Wirtschaftsgebiets durch die Propagierung des deutschen Zollvereins und den Ausbau des Eisenbahnnetzes voranbringen wollte, gründete Carron du Val mit Vorständen Augsburger und Münchener Banken eine Aktiengesellschaft, wodurch die benötigten Gelder von insgesamt 3.000.000 Gulden privat aufgebracht wurden. Als Vorbild zur Finanzierung galt die erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth, die 1835 in Betrieb genommen wurde. Mit den Vermessungsarbeiten der Strecke wurde Paul Denis beauftragt. Von August 1836 bis Februar 1837 führte er eine genaue Nivellierung (Einebnung) durch, entwarf den Bauplan und stellte einen Kostenvoranschlag in Höhe von 1.800.800 Gulden auf.


Anders als der Münchner Bahnhof wurde der Augsburger in weiser Voraussicht nicht aus Holz, sondern aus solidem Backstein errichtet, denn der Münchner Bahnhof brannte am 4. April 1847 ab. Als Experte für den Bau der Trasse wurde der Brite Joseph Hall verpflichtet. Unter seiner Leitung erfolgte am 2. Februar auf Augsburger Seite am Roten Tor und am 9. Februar auf Münchner Seite bei Lochhausen der erste Spatenstich für die Erdarbeiten. Bald tauchten schwerwiegende Probleme bei der Fertigstellung der Eisenbahnlinie auf. Die Architekten mussten einen Weg finden, den Hattenhofer Berg sowie das gefürchtete Haspelmoor zu überwinden. Mit Bravour lösten die Ingenieure das Problem das 95 m breite Loch zu überqueren, und bauten eine historisch bedeutsame Brücke aus Holz. Der Bahnbau war eine teure Angelegenheit. Bis Dezember 1839 waren bereits neun zehntel des eingebrachten Aktienkapitals aufgebraucht. Allmählich begannen auch Regierungsstellen, sich Gedanken über das Eisenbahnwesen zu machen. Die AG sollte nun in staatlichen Besitz übergeführt werden, was 1844 geschah. Bis zum Jahr 1839 waren 60 km Schienen (wegen des technischen Know-How in Wales produziert, 27.000 gefertigte Schienen von je 4,64 m Länge) zwischen München und Augsburg verlegt worden.

Abends um halb zehn Uhr bin ich auf der Eisenbahn hier angekommen. Die Fahrt von Augsburg nach München war köstlich. Ich saß ganz allein mit meinem Gott und meiner Zigarre und vielen lieben Erinnerungen an euch, meine herzgediegenen Freunde, in einer äußerst komfortablen Wagenabteilung. Die Dampfmaschine arbeitete auf das beste, und die Sonne ging unter auf das schönste.

Nikolaus Lenau, 1841

Welch ein Ergebnis, als am 4. Oktober 1840 zum Beginn des Oktoberfestes die beiden Lokomotiven Juno und Jupiter den offiziellen Schienenverkehr zwischen München und Augsburg aufnahmen. Die Jungfernfahrt war ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges und die 27 Waggons waren mit rund 600 Honorationen, u.a. mit dem Bayerischen Finanzminister Graf von Seinsheim, besetzt. Um 8 Uhr verließ der Zug München und traf nach nur 2½ Stunden unter dem beständigen Jauchzen der dichtgedrängten Zuschauer, dem Donner der Böller und dem Spielen der Musikchöre auf dem festlich geschmückten Bahnhof vor dem Roten Tor ein.


Seyd willkommen, tönt’s aus einem Munde,
Bürger Augsburg’s! Hier ist unsere Hand!
Brüderlich vereint im Städtebunde
sind wir durch ein neues Friedensband.
Laßt uns Herzen gegen Herzen tauschen;
fern ist immer, was noch jüngst es war;
Nachbarlich sollen Lech und Isar rauschen,
des Gebirg’s verjüngtes Ströme Paar.

Aus dem Willkommen-Gedicht

 

Geschichte vor 1910
Der alte Bahnhof am Roten Tor

Es gab vier Klassen: Die Wagen der 4. Klasse enthielten Holzbänke, waren aber ohne Dach, Deshalb wurden sie schon 1841 aus dem Betrieb genommen. Die 3. Klasse war überdacht und es waren lederne Schutzvorhänge vorhanden. Bei den Wagen der 2. Klasse kamen noch gepolsterte Sitze sowie Rückenlehnen hinzu. Die erster Klasse war zusätzlich mit Glasfenstern ausgestattet.

Der Zug bewältigte diese Strecke bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 24 km/h in einer Zeit von 2½ Stunden: sie war damit 14½ Stunden schneller als die Postkutsche. Die Eisenbahn erwies sich im Laufe der Jahre als sicheres und zuverlässiges Fortbewegungsmittel. Dadurch erhielt sie bald ein großes Ansehen, wodurch ein rascher Siegeszug in Europa ausgelöst wurde. Die Menschen änderten ihr Freizeitverhalten, da sie mit der Eisenbahn die Möglichkeit hatten, relativ leicht und schnell Ausflugsfahrten zu unternehmen. Mit ihrem hohen Bedarf an Kohle, Eisen und Stahl war die Eisenbahn der "leading sector" der Industrialisierung in Deutschland, währenddessen in England 100 Jahre früher die Industrialisierung vom Textilsektor ausgegangen war.

 

Geschichte vor 1910
Der alte Bahnhof am Roten Tor

Als kostenaufwendiges Unternehmen war kalkuliert, dass jeder Bürger von Augsburg und München die Bahn dreimal pro Jahr für den Pries von 2 Gulden nutzen müsse. Obwohl in den ersten drei Wochen 6373 Fahrgäste das neue Transportmittel verwendeten, gab es nicht nur positive Resonanz. Viele Bürger waren der Bahn über kritisch eingestellt. Die Menschen hatten Angst vor der Schnelligkeit, vor dem Lärm und vor der Größe des "pustenden und qualmenden Ungeheuers".



Aufgehen wird die Erde in Rauch, so steht es geschrieben, was begonnen bereits; überall raucht es schon. Jetzo lösen sich auf in Dampf die Verhältnisse alle und die Sterblichen treibt jetzo des Dampfes Gewalt, allgemeiner Gleichheit rastloser Beförderer. Vernichtet wird die Liebe des Volkes nun zu dem Land der Geburt. Überall und nirgends daheim, streift über die Erde unstät, so wie der Dampf, unstät das Menschengeschlecht. Seinen Lauf, den umwäl- zenden, hat der Renn- wagen begonnen jetzo erst, das Ziel liegt dem Blicke verhüllt.

Ludwig I. von Bayern

Die Kutscher sahen in der Bahn ihre Existenz bedroht, denn weder im Transport von Personen noch von Gütern konnten sie Schritt halten.

Retour! - die letzte Stunde hat geschlagen
Für euch, die man zu Tode fast gejagt.
Im schwindelnden Galopp habt ihr uns oft getragen
Aus München, ehe kaum es noch getagt.

In Odelzhausen schien die Mittagssonne
Euch senkrecht auf das Haupt, und weiter dann
Ging’s raschen Aug’s dahin, das Auge naß vor Wonne
Kam’t spät am Abend ihr in Augsburg an.

Ihr habt gelöst die europä’sche Frage:
Ob möglich, dass die siebzehn Stunden man
Durch Pferdekraft in einem einz’gen Tage
In wohlbemessnen Schritt zurücklegen kann.

Zum Lohne ward euch nen der Dampf gesendet;
Der Lorbeer zieret eu’re Schläfe schon.
Bald werdet ihr zu anderm Zweck verwendet,
Verzehrt dort ruhig eure Pension.

Abschiedsgedicht an die „München-Augsburger-Retourchaisen-Kutscher“

Trotz noch nicht vorhandener Mastsignale, Fernsprecher und Telegraphie bot der Bahnhof mit einem Personal von 70 Bahnwärtern, 2 Oberbahnwärtern und einem Betriebsingenieur eine hohe Sicherheit. Der revolutionäre Aspekt der Eisenbahn bestand darin, Menschen und Waren in ungleich geringer Zeit zueinander zu bringen. Sie überwand Länder- und Zollgrenzen und relativierte Entfernungen. Als Dank für seinen Einsatz zur Anbindung Augsburgs an das Eisenbahnnetz erhielt Carron du Val eine lebenslange Anstellung als Bürgermeister von Augsburg. Noch heute sind ihm ein Monument im Siebentischwald und eine Straße in Augsburg gewidmet.

 


Quellen- und Literaturverzeichnis :

  • Augsburger Geschichten - Heft 1 - Juli/August 1998
  • Münchner Neueste Nachrichten - Nr. 237 (1.9.1929)
  • Neue Nationale Zeitung - Nr. 23 (28.1.1938)
  • Schwäbische Landeszeitung - Nr. 174 (31.7.1954)
  • Festschrift: "150 Jahre Eisenbahn München - Augsburg, München 1990
  • Stadtarchiv Augsburg: Dokument 310A - "Der Bürgermeister - Ein kleiner Geschichtsausschnitt"
  • Augsburger Zeitung - Nr. 233 (4.10.1940)

Verfasser: Kristina Kubasta, Martin Drescher, Robert Bertossi


Geschichte
Der alte Bahnhof am Roten Tor

Fotoarchiv zum Bahnhof am Roten Tor 1
Fotoarchiv zum Bahnhof am Roten Tor 2

Fotoarchiv zum Roten Tor

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Bahnhof Augsburg der München-Augsburger Eisenbahn-Gesellschaft. Heute Teil des Betriebshofes der Tram in der Nähe des Roten Tores / Baumgartnerstraße

Im Kern ehemaliger Kopfbahnhof der München-Augsburger Eisenbahn, Halle mit basilikalem Querschnitt und hölzerner Tragwerkkonstruktion, von Karl Gollwitzer, 1839, später erweitert;
Wohn- und Betriebsbau, sechsgeschossiger turmartiger Zeltdachbau mit Gesimsgliederung und geböschtem Sockel aus Klinker, um 1920.

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